Moderne, orientalische Fensterdeko

Veröffentlicht von Dimitri

Auch wenn man es nicht glaubt, haben ganz viele Menschen ein Stück persischer Kultur ständig um sich bzw. vor sich. Ein ganz gebräuchlicher Gegenstand aus der Raum- und Fenstergestaltung, der vorwiegend zum Sicht- und Sonnenschutz dient, hat seine Wurzeln nämlich in der orientalischen Kultur: die Jalousie. Wie jeder weiß, gab es (und gibt es bestimmt auch heute noch) in jedem größeren Herrscherhaus einen Harem. Dieser musste vor den Einflüssen und Blicken von draußen geschützt werden, befand sich deshalb immer im Zentrum des Palastes. Hier wurden die leicht bekleideten Damen von Eunuchen bewacht, die sie durch Lamellen in den Wandöffnungen unbemerkt beobachten konnten. So natürlich auch der Pascha selbst, vor allem wenn er vermutete, dass die Damen eventuell Geheimnisse austauschen, die seine Eifersucht entfachten. So entstand vielleicht auch die Bezeichnung der heutigen bewegbaren und drehbaren Lamellen, denn „Jalousie“ ist das französische Wort für „Eifersucht“.
Die orientalischen Lamellenfenster haben sich über die ganze Welt ausgebreitet, einmal als Jalousien im Sicht- und Sonnenschutz an Fenstern, aber auch als Lamellentüren an Schränken oder ähnlichen Einrichtungsgegenständen, wodurch der Schrank verschlossen werden, die Luft darin aber immer noch zirkulieren kann. Ein ganz ähnlicher Fensterschmuck ist das Plissee, nur dass dieses nicht aus einzelnen Lamellen aus Holz, Alu oder Kunststoff besteht, sondern aus Textilien, die zu Falten plissiert sind und so auseinandergezogen und zusammengeschoben werden können. Ebenfalls sehr orientalisch wirkt auf uns die Markise. Man trifft sie eigentlich auf jedem orientalischen Basar. Doch diese wiederum stammt aus der europäischen Kultur, während man sich in Persien bis dahin mit Sonnensegeln vor der Sonne zu schützen wusste. Eine sehr interessante Verschmelzung von Orient und Okzident.